Von Sfax nach Würz­burg: Tune­si­sche IT-Dele­ga­tion zu Gast an unserer Schule 

Wie bildet man IT-Fach­kräfte aus, wenn KI die Branche schneller verän­dert, als jeder Lehr­plan folgen kann? Mit dieser Frage reiste heute eine Dele­ga­tion aus Tune­sien zu uns. 16 Gäste, eine Dolmet­scherin und viele Fragen.

Mit dabei waren das UTICA Trai­ning Center, tune­si­sche IT-Unter­nehmen sowie der Arbeit­ge­ber­ver­band UTICA Sfax, der tune­si­sche Digi­tal­ver­band und das Inno­va­ti­ons­zen­trum Tech­nopôle Sfax. Orga­ni­siert wurde der Besuch vom Bildungs­werk der Baye­ri­schen Wirt­schaft (bbw) im Rahmen des Projekts „Startic“. Es wird vom Bundes­mi­nis­te­rium für wirt­schaft­liche Zusam­men­ar­beit und Entwick­lung geför­dert und soll die Chancen tune­si­scher IT-Fach­kräfte auf dem lokalen und dem deut­schen Arbeits­markt verbes­sern. 

Schul­leiter Norbert Sierl hieß die Gäste mit einem herz­li­chen „Masa­lama“ will­kommen. Als Schule, die selbst immer wieder von Erasmus-Akti­vi­täten und dem inter­na­tio­nalen Austausch profi­tiert, öffnen wir gerne unsere Türen, um in einen Austausch zu kommen. 

Da an unserer Schule gleich mehrere IT-Ausbil­dungs­be­rufe unter­richtet werden, war der Besuch für die Dele­ga­tion beson­ders inter­es­sant. Karl Steinam, Chris­toph Zobel und Stefan Hinz stellten zunächst unsere IT-Berufe vor, insbe­son­dere die Fach­in­for­ma­tiker für Anwen­dungs­ent­wick­lung und für System­in­te­gra­tion, und zeigten dann, wie wir den Unter­richt im Hinblick auf den tech­no­lo­gi­schen und gesell­schaft­li­chen Wandel für die Zukunft denken 

Unter­richt, in dem Schüler das Tempo bestimmen 

Im Mittel­punkt stand ein Konzept, das Stefan Hinz und Chris­toph Zobel mit Unter­stüt­zung von Karl Steinam für die 12. Klasse der Fach­in­for­ma­tiker Anwen­dungs­ent­wick­lung entwi­ckelt haben. 

Statt klas­si­schem Fron­tal­un­ter­richt arbeiten sich die Schü­le­rinnen und Schüler durch Module zu Themen wie Scrum, Kanban, UML-Diagrammen, Front­end­tech­no­lo­gien oder Soft­ware­tests. Sie bestimmen ihr Tempo selbst, prüfen ihr Wissen mit digi­talen Selbst­lern­kon­trollen, lernen in Gruppen und wenden das Gelernte direkt in Projekten an. In Lern­ent­wick­lungs­ge­sprä­chen mit den Lehr­kräften wird geklärt, ob ein Thema verstanden wurde oder noch eine Übungs­schleife nötig ist. Auch die Räume sind darauf abge­stimmt: Es gibt Bereiche zum ruhigen Arbeiten, für Grup­pen­ar­beit und für indi­vi­du­elle Förde­rung. Spie­le­ri­sche Elemente wie das „Pizza Game“ oder die „Agile Stunde“ machen agile Methoden prak­tisch erlebbar. Dabei verän­dert sich auch die Rolle der Lehr­kräfte. Sie arbeiten als Team eng zusammen und begleiten die Lernenden eher als Coaches.  

Die Dele­ga­tion war mit großem Inter­esse dabei und stellte viele Fragen, so dass aus dem Vortrag ein leben­diger Austausch wurde. Wir nehmen daraus selbst wert­volle Anre­gungen für unsere Arbeit mit. 


Ansprech­partner
Chris­toph Zobel, StD       Karl Steinam; STD
Sett­tiner Str. 1
97072 Würzburg
Tel. 0931 7908 100