Klara-Oppen­heimer-Schule zu Besuch in der Villa Hammerschmitt

Die Klara-Oppen­heimer-Route ist mitt­ler­weile nicht nur lokal und regional bekannt, viel­mehr wurde unserer Kollegin, Mara Hofmann, für ihr großes Enga­ge­ment bei der Entwick­lung und Ausar­bei­tung der Route eine beson­dere Ehre zuteil. Sie berichtet dazu folgendes:

Als vor ein paar Monaten Post vom Bundes­prä­si­di­alamt in meinem Brief­kasten lag, war ich sehr über­rascht. Darin lag die persön­liche Einla­dung vom Bundes­prä­si­denten zu seinem Bürger­fest. Und ein biss­chen später durfte ich in den Sommer­fe­rien mit etwa 2000 anderen Menschen, die sich ehren­amt­lich hervor­getan haben, in der Villa Hammer­schmidt feiern – eine einma­lige Erfahrung!

Rund um die Villa waren am 04.September 2026 neben Essens­ständen auch viele Infor­ma­ti­ons­stände zum Thema Ehrenamt aufge­baut. Neben dem Auspro­bieren von VR-Brillen und Schmö­kern in Büchern rund um Japan, Demo­kratie und Sommer konnte man sich so mit Ehren­amt­li­chen vom Tech­ni­schen Hilfs­werk oder von der ärzt­li­chen Gesell­schaft zur Gesund­heits­bil­dung (äggf) austau­schen. Eine Ärztin erzählte von der span­nenden Aufklä­rungs­ar­beit in Schulen. Wusstet Ihr beispiels­weise, dass Säfte bis zu 1 Prozent Alkohol enthalten dürfen und deshalb in der Schwan­ger­schaft vermieden werden sollen?

Auch die Bücher­ka­te­gorie Japan war kein Zufall. Als erstes Land aus dem asia­ti­schen Raum war dieses Jahr Japan als Part­ner­land einge­laden. Mit Kalli­grafie-Work­shops, beein­dru­ckenden Tänzen, Musik und Kämpfen beein­druckte das Land in seiner Viel­falt. An einen Kirsch­blü­ten­baum konnten alle teil­neh­menden Personen ihre Wünsche für die nächsten Jahre hängen. Frieden, kein Hunger oder Verständnis fürein­ander waren hierbei viel­fach vertreten und spre­chen sehr für die demo­kra­ti­sche Einstel­lung der Veran­stal­tung und ihrer Teil­neh­me­rinnen und Teilnehmer.

Diese sprach auch der Gast­geber Frank-Walter Stein­meier ausführ­lich in seiner Will­kom­mens­rede an. Er bezog klar Stel­lung gegen „völki­sches Denken und natio­na­lis­ti­sche Abschot­tung“ und meinte, es seien „nicht die Antworten“. Das Fest sei „für Menschen, die Verant­wor­tung über­nehmen für andere, für die Gesell­schaft“ wie beispiels­weise in den Berei­chen Kultur, Sport, Nach­hilfe, Flücht­lings­hilfe, Medizin. Ehrenamt – so viel­seitig wie wir Menschen!

Frau Büden­bender, die Ehefrau unseres Bundes­prä­si­denten, führte eine span­nende Gesprächs­runde an, in der der Einsatz von KI in der Schule thema­ti­siert wurde. Schul­lei­tungen, Lehr­kräfte und anderen Exper­tinnen und Experten bespra­chen hier die Poten­ziale und Grenzen von künst­li­cher Intel­li­genz. Aber auch die Verant­wor­tung, die damit einher­geht, wurde nicht außer Acht gelassen. Inter­es­sant für mich als Lehr­kraft war außerdem der Stand der Bundes­zen­trale für poli­ti­sche Bildung. Ich konnte den Personen hinter der umfang­rei­chen Inter­net­seite und dem Schul­ma­te­rial endlich mal “Danke” für ihre Arbeit sagen und gleich­zeitig ein paar neue Plakate abstauben.

Kurz bevor es sturz­bach­artig anfing zu regnen, war ich dann endlich an der Reihe, um die Villa Hammer­schmidt zu besich­tigen. Die doch relativ schlichte Einrich­tung, die tollen Foto­gra­fien und die Einblicke in das Leben im ehema­ligen Amts­sitz der früheren Bundes­prä­si­denten waren sehr eindrück­lich. Ich nutzte auch die Chance, den Kanz­ler­bun­galow zu besich­tigen, der sich auf dem Nach­bar­grund­stück befindet. Aus den 1960er Jahren bildet er einen schönen Kontrast zur fast genau 100 Jahre früher erbauten Villa.

Was ich jedoch vermisste, war ein Stand zur Erin­ne­rungs­kultur. Genau der Bereich, der mich durch meine Arbeit an der Klara-Oppen­heimer-Route erst nach Bonn zum Bürger­fest gebracht hat. Deshalb stat­tete ich am nächsten Tag noch dem Haus der Geschichte einen Besuch ab. Ein einzig­ar­tiges kosten­loses Angebot für alle, die mal in Bonn sind. Man wird durch die dunkle NS-Zeit bis in die Gegen­wart geführt. Es ist eine abwechs­lungs­reiche Tour durch unsere Geschichte, die inter­aktiv in den Bann zieht und für mich der perfekte Abschluss dieses Ausflugs im Namen unserer Namens­ge­berin war.


Ansprech­part­nerin
M. Hofmann, StRin
Stet­tiner Str. 1
97072 Würzburg
Tel. 0931 7908 100