ERASMUS+: Brot- woraus denn und was dazu?
Am Montagabend reisten Schülerinnen und Schüler der Hotelfachschule Cesare Ritz Meran in Würzburg an, um ab Dienstag in eine gemeinsame Erasmus+-Projektwoche zu starten.
Nach ein paar allgemeinen Informationen zum Rahmenprogramm und der gemeinsamen Projektwoche, der Vorstellung der verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten an unserer Schule sowie an der Hotelfachschule Cesare Ritz in Meran, folgte ein turbulent-witziges interkulturelles Gruppenspiel. Dann ging es inhaltlich weiter:
Mit einem interessanten Vortrag zum Thema Grundwasser bzw. Grundwasserschutz stimmte uns Frau Allmang von der Regierung von Unterfranken auf die ERASMUS+-Woche ein und versorgte uns zugleich mit hilfreichen Informationen für die weiteren Aufgaben im Projekt. Den Nachmittag verbrachten wir im lokalen Weingut „Bürgerspital“. Hier konnten wir — neben einer alkoholfreien Secco- und Weinprobe – spannende Einblicke in den Weinbau, die Weinherstellung und Lagerung gewinnen.
Am Mittwoch erhielten deutsche und italienische Projektteilnehmende bei Firma Schraud und Baunach gemeinsam Einblick in den Obst- und Gemüsegroßhandel. Mit einem breiten Sortiment an Obst und Gemüse aus der Region, aus Deutschland aber auch dem nahen und fernen Ausland — Waren werden aus Spanien und Italien aber ebenso aus Afrika geliefert — übernimmt das Unternehmen eine zentrale Rolle in der regionalen Lebensmittelversorgung. Zu den täglichen Aufgaben gehört der Einkauf von Lebensmitteln. Dabei wird besonders auf Qualität, Frische und Saisonabhängigkeit geachtet. Auch die Organisation der fachgerechten Lagerung sowie die Kommissionierung der frühmorgendlich gelieferten frischen Ware spielt hier eine zentrale Rolle. Die Produkte werden zwischengelagert, dann sortiert und individuell für die Kunden– etwa Restaurants, Hotels oder Kantinen in Würzburg und Umgebung – zusammengestellt. Neben dem Großhandel gibt es auch einen kleinen Einzelhandel sowie eine Feinkostabteilung. Der Besuch war interessant und wir konnten viel über die Lagerung und den Handel mit Obst und Gemüse lernen.
Am Donnerstag fuhren wir mit einem Reisebus zur Müller Mühle nach Tauberrettersheim. Bei einer Führung durch die Mühle wurden uns verschiedene Geräte erklärt und wir erfuhren, wie Mehl hergestellt wird. Die Mühle verarbeitet auch den Wasserschutzweizen, von dem wir bereits am Dienstag im Fachvortrag gehört haben. Im Anschluss an den offiziellen Teil hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Mehl oder aus Mehl hergestellte Lebensmittel zu kaufen.
Anschließend fuhren wir weiter zur Bäckerei Roth in Riedenheim. Dort machten wir zuerst einen kleinen Imbiss mit einer vorbereiteten Brotzeit. In der Backstube stellten wir zusammen mit dem Brotsommelier Johannes Roth einen Laugenteig und einen Roggensauerteig her. Beide Teige wurden mit dem Wasserschutzweizen hergestellt. Zuerst formten wir Laugengebäcke, während der Roggenteig ruhte. Danach zeigte uns Herr Roth, wie der Roggenteig weiterverarbeitet wird. Am Ende gab uns Johannes Roth noch einen Einblick in seinen beruflichen Werdegang und Informationen zu seiner Ausbildung zum Brotsommelier.
Am Freitag bereiteten die Projektteilnehmenden in internationalen Teams auf den Tag der offenen Tür vor. Unser Motto: “Wasserschutzweizen kombiniert mit krummem Gemüse”. Unser Ziel war es, aus geretteten Lebensmitteln verschiedene Speisen für das Bistro in Kombination mit unserem Wasserschutz-Brot zuzubereiten. Unser Warenkorb bestand aus gerettetem Gemüse und Obst, welches uns von Lidl Kürnach, Edeka Trabold und Schraud & Baunach zur Verfügung gestellt worden war. Auch das Brot aus Wasserschutzweizen, welches wir am Vortag selbst in der Backstube von und mit Johannes Roth gebacken hatten, war zentraler Bestandteil unseres Warenkorbs.
Zuerst galt es, die geretteten Lebensmittel zu sortieren und zu überlegen, welche Gerichte wir daraus kochen konnten, um möglichst viel zu verwerten. Danach begannen wir mit der Zubereitung der Speisen. Trotz unterschiedlicher Sprachen funktionierte die Zusammenarbeit sehr gut. Einige Gerichte wurden direkt probiert, andere für den nächsten Tag vorbereitet und gekühlt. Am Ende räumten wir gemeinsam auf und besprachen die letzten Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür. Der Tag war anstrengend, aber auch sehr interessant und eine gute Erfahrung für die Zusammenarbeit.
Am Samstag wirkten alle Projektteilnehmenden gemeinsam am Tag der offenen Tür der Berufsfachschulen und der Fachakademie. Einige Speisen wurden noch am Morgen frisch zubereitet. Dies wurden später im Bistro verkauft. Mit dem Eintrudeln der ersten Besucherinnen und Besucher begann auch der Verkauf der Speisen im Bistro. Angeboten wurden Speisen unter dem Motto „Brot und was dazu?“. Verkauft wurden als Hauptspeisen Gulaschsuppe mit Brot, Rote-Beete-Risotto mit Brotchip sowie eine vegane Gemüsebowle mit Brot. Als Vorspeisen gab es Brokkoli-Kartoffelsuppe mit Brot, Brokkoli-Salat, Ananas-Gurken-Salat mit Brotchips und zweierlei Bruschetta. Auch für Nachspeisen war gesorgt: Die Besucher konnten zwischen Panna Cotta mit Fruchtspiegel, kleinen Törtchen und einer veganen Kokos-Limetten-Creme wählen.
Während des Tages konnten interessierte Schülerinnen und Schüler sowie weitere Gäste auch die digitale Wäscherei sowie unsere Mensa besichtigen und so einen Einblick in unseren Beruf erhalten.
Insgesamt war es eine sehr schöne Projektwoche mit vielen neuen Erkenntnissen, Spaß und einem tollen abwechslungsreichen Wochenprogramm. Mit dem erfolgreichen Tag der offenen Tür, seinen vielen Besuchern und der guten Zusammenarbeit zwischen den Klara-Oppenheimer-Schülern und unseren Erasmus-Gästen blicken wir auf eine gelungene Woche zurück.
Ansprechpartnerinnen
M. Stein ‚FOlin A. König, FLin V. Amrhein
Königsberger Straße 46
97072 Würzburg
Tel. 0931 7908 300






















