Das Grauen vom 16.03.1945 – was wir aus diesem Datum lernen sollten
Gedenken an die Zerstörung Würzburgs und Besichtigung des Luftschutzbunkers der Erlöserschwestern
Anlässlich des Gedenkens der Zerstörung Würzburgs im zweiten Weltkrieg besuchte die 11MF5 am 16.03.2026 das Mutterhausareal der Erlöserschwestern in Würzburg. Das Areal wurde bei dem Bombenangriff 1945 zu 97 % zerstört. Lediglich fünf Räume blieben erhalten, darunter die Allendorf-Kapelle, ein Beichtzimmer und eine Küche. Herr Dr. Matthias Wagner, Veranstaltungsmanager der Kongregation, führte uns durch diese fünf Räume und berichtete über die Schwestern, ihr Leben und ihre Aufgaben während des Krieges und die Nutzung der erhaltenen Räume nach der verheerenden Bombardierung am 16. März 1945. Mit vielen Anekdoten und Fotos aus der Zeit veranschaulichte Dr. Wagner seine Erzählungen über die Stärke und den Einsatz der Schwestern.
Am Ende der Führung stand die Besichtigung des großen Luftschutzbunkers der Schwestern. In der Nacht des Angriffs fanden dort ca. 500 Menschen Schutz, darunter die Schwestern, verletzte Soldaten und Familien aus der direkten Nachbarschaft. So auch die Familie des heute 87-jährigen Herrn Rudolf Hepf, der besonderer Gast der Führung war. Er berichtete, wie er, als damals sechsjähriges Kind, diese Zeit erlebt hat. In den Wochen vor dem 16. März gab es regelmäßig Luftalarm und die Familie musste im Luftschutzbunker der Erlöserschwestern Schutz suchen. So war es für die Kinder erstmal kein Schrecken in den Bunker zu müssen. Sie lagen in Holzregalen zwischen Äpfeln und Kartoffeln und spielten. Am Abend des 16. März war es anders. Sie wurden um 21:00 Uhr aus den Betten gerissen und mussten in den Luftschutzkeller rennen. Eines der Kinder hatte sich dabei in der Eile zwei linke Schuhe angezogen, die es dann noch Wochen trug, da keine anderen Schuhe mehr da waren. Herr Hepf berichtet eindrücklich und sichtlich bewegt über das flüssige Feuer, das später die Treppen zum Bunker heruntergeflossen kam. Die Familie verließ den Bunker dann über die Schachtfenster und irrte durch die brennende Stadt. Hepfs Mutter trug dabei die ganze Zeit den 14 Tage alten Bruder im Körbchen. Gebannt und sichtlich bewegt folgten die Schülerinnen Herrn Hepfs Erzählungen. Durch die emotionale Schilderung der Ereignisse schaffte Herr Hepf eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und hinterließ bei allen einen bleibenden Eindruck.
Im Anschluss an die Führung übergab die Klassensprecherin der Generaloberin Schwester M. Monika Edinger eine Spende für die Armenspeisung des Klosters. Schwester Monika lenkte die Aufmerksamkeit der Schülerinnen im Gespräch auf das viele Gute und Menschliche in den vergangenen schweren Tagen und warb dafür selbst Nächstenliebe zu leben.
Ansprechpartnerin
R. Böttcher, OStRin
Stettiner Str. 1
97072 Würzburg
Tel. 0931 7908 100










