Neuer 3D-Baustein für die Wirkstoffentwicklung
Online-Vortrag aus der Forschung
Im laufenden Schuljahr erhielt die Chemielaborantenklasse der Klara-Oppenheimer-Schule Einblicke in aktuelle Spitzenforschung: Der Doktorand der Universität Bern, Leon Rebhan, präsentierte in einem Online-Vortrag Auszüge seiner Dissertation zur Entwicklung und Synthese eines neuartigen Bausteins für die Drug Discovery. Im Fokus stand die Frage, wie sich durch gezielte molekulare 3‑Dimensionalität zentrale Eigenschaften potenzieller Wirkstoffe verbessern lassen.
Der vorgestellte Baustein wurde so konzipiert, dass er die Strukturvielfalt in Wirkstoffmolekülen erhöht. Hintergedanke: Besondere Strukturen können häufig günstigere pharmakokinetische Eigenschaften aufweisen. Im Augenmerk liegen eine erhöhte metabolische Stabilität durch erschwerte enzymatische Angriffe, eine verbesserte Löslichkeit durch veränderte Polarität sowie eine potenziell bessere Selektivität dank definierter räumlicher Anordnung Funktioneller Gruppen.
Der Doktorand führte die Klasse Schritt für Schritt durch den erarbeiteten Syntheseweg. Von der Ausgangsstruktur wurde in einem vielschrittigen Prozess ein gewünschtes Molekül mit erhofften Eigenschaften synthetisiert. Vertieft wurden in dem Vortrag selektive Funktionalisierungen, stereochemische Kontrollen und die Schutzgruppenstrategie. Im Anschluss ging es um die Aufreinigungs- und Charakterisierungsmethoden des hergestellten Produkts.
Um die Relevanz für die Wirkstoffforschung zu demonstrieren, wurde der neue Baustein exemplarisch in das Grundgerüst eines Fluorchinolon-Antibiotikums eingebracht. Anhand von Versuchsreihen wurde die Wirksamkeit des neuen Beispielwirkstoffs auf Mikroorganismen untersuchen.
Der Online-Vortrag verdeutlichte, wie rationales Moleküldesign und präzise Synthesestrategien direkt zu verbesserten Wirkstoffkandidaten beitragen können. Am Beispiel des Fluorchinolon-Antibiotikums wurde greifbar, wie eine theoretische Strategieentwicklung und die Laborpraxis Hand in Hand gehen.
Die gesamte Klasse dankt dem Referenten für diesen Einblick in aktuelle Forschung. Solche Formate motivieren, schärfen den Blick für Qualität im Laboralltag und zeigen Perspektiven in der pharmazeutischen und medizinalchemischen Arbeitswelt auf.
Ansprechpartner
Thomas Herter, OStR
Stettiner Str. 1
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Tel. 0931 7908 100

