Zwischen Leben und Abschied – ein beson­deres Unterrichtsprojekt

Im Rahmen eines fächer­über­grei­fenden Projekts zum Thema „Umgang mit Tod und Trauer“ im Reli­gions- und Ethik­un­ter­richt setzten sich die Schü­le­rinnen und Schüler der 10. Klasse Sozi­al­pflege intensiv und aus unter­schied­li­chen Perspek­tiven mit Sterben, Tod und Trauer in der Pflege auseinander.

Ein zentraler Bestand­teil war der Besuch des Hospizes des Juli­us­spi­tals in Würz­burg. Dort erhielten die Schü­le­rinnen und Schüler durch die Hospiz­lei­tung Frau Sybilla Baumann einen eindrucks­vollen Einblick in die hospiz­liche Arbeit sowie die Beglei­tung schwerst­kranker Menschen in ihrer letzten Lebens­phase. Beson­ders deut­lich wurde die Haltung, die diese Arbeit prägt: Würde, Respekt und indi­vi­du­elle Zuwen­dung. Das Hospiz als geschützter Ort, an dem neben der medi­zi­ni­schen Versor­gung vor allem mensch­liche Nähe, Gespräche und Trau­er­be­glei­tung im Mittel­punkt stehen, hinter­ließ einen nach­hal­tigen Eindruck und vertiefte die im Unter­richt erar­bei­teten Inhalte in beson­derer Weise.

Ergän­zend war Herr Hilmar Schümann vom Bestat­tungs- und Über­füh­rungs­in­stitut „Abschied“ zu Gast im Unter­richt. Die Schü­le­rinnen und Schüler erhielten praxis­nahe Einblicke in unter­schied­liche Bestat­tungs­formen sowie in orga­ni­sa­to­ri­sche Abläufe im Trau­er­fall. Anhand mitge­brachter Anschau­ungs­ma­te­ria­lien wie Urnen, Infor­ma­ti­ons­ma­te­rial zu verschie­denen Sarg­mo­dellen – von klas­si­schen Holz­särgen bis hin zu schlich­teren oder modernen Ausfüh­rungen – wurde das Thema anschau­lich vermit­telt. Darüber hinaus wurden auch die Abläufe der Einbet­tung Verstor­bener aus hand­werk­li­cher Sicht erläu­tert, insbe­son­dere im Hinblick auf Vorbe­rei­tung, Gestal­tung und würde­volle Ausklei­dung des Sarges.

Auch reli­giöse Perspek­tiven auf den Tod wurden in das Projekt einbe­zogen. Beim Besuch des israe­li­ti­schen Fried­hofs in Würz­burg erhielten die Jugend­li­chen durch Herrn Roland Hubert Einblicke in jüdi­sche Bestat­tungs­tra­di­tionen und reli­giöse Rituale. Thema­ti­siert wurden u. a. die Arbeit der Chewra Kadi­scha, die sich ausschließ­lich den Bedürf­nissen der Ster­benden und Verstor­benen widmet. Ebenso wurden die ritu­elle Waschung und Einklei­dung der Verstor­benen behan­delt. Die Bedeu­tung der Toten­klei­dung als Zeichen der Gleich­heit aller Menschen im Tod wurde eben­falls heraus­ge­stellt. Zudem wurde betont, dass jüdi­sche Fried­höfe als „Ort des Lebens“ bzw. „Ort der Ewig­keit“ verstanden werden, Gräber dauer­haft bestehen bleiben und Grab­steine mit hebräi­schen Inschriften als blei­bende Erin­ne­rungs­zei­chen dienen.

Abschlie­ßend gilt allen betei­ligten Einrich­tungen und Personen ein herz­li­cher Dank für ihre Offen­heit, die eindrucks­vollen Einblicke und die Unter­stüt­zung dieses beson­deren Lern­pro­zesses. Ein beson­derer Dank geht an die Schü­le­rinnen und Scüler für ihr großes Inter­esse und ihre enga­gierte Mitar­beit im Rahmen des Projekts


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