ERASMUS: Arbeiten und Genießen in ALicante

Vero­nika war nach Abschluss ihrer Ausbil­dung zur Zahn­me­di­zi­ni­schen Fach­an­ge­stellten für drei Wochen in Spanien, um dort eine Zahn­arzt­paxis zu unter­stützen. Hier ihr Bericht:

Für mein Erasmus-Prak­tikum durfte ich einen Monat lang in Alicante, Spanien, leben und arbeiten. Mein Prak­ti­kums­platz war das Teatro 32, wo ich als Zahn­me­di­zi­ni­sche Fach­an­ge­stellte (ZFA) tätig war. Dabei konnte ich nicht nur typi­sche Aufgaben einer ZFA über­nehmen, sondern auch an der Rezep­tion mitar­beiten. Beson­ders span­nend war für mich, dass die Assis­tenz teil­weise anders orga­ni­siert war als in Deutsch­land. Ich lernte neue Dental­pro­dukte kennen und entdeckte andere Möglich­keiten, bei Behand­lungen zu assis­tieren. Dadurch konnte ich viele neue Erfah­rungen sammeln und meinen beruf­li­chen Hori­zont erweitern.

Ich bin alleine nach Spanien gereist, was die ganze Erfah­rung für mich noch beson­derer gemacht hat. Als Unter­kunft hatte ich mir ein Zimmer bei einer brasi­lia­nisch-kolum­bia­ni­schen Familie gesucht. Das hat mir beson­ders gut gefallen, weil ich dadurch nicht nur mehr über Latein­ame­rika und andere Kulturen erfahren, sondern gleich­zeitig auch mein Spanisch verbes­sern konnte. Da meine Gast­fa­milie kein Englisch sprach, musste ich mich im Alltag auf Spanisch verstän­digen. Durch die Sprache, die ich zu Hause, auf der Straße und bei der Arbeit ständig hörte, blieb sie immer mehr in meinem Kopf. So wurde Spanisch ganz selbst­ver­ständ­lich ein Teil meines Alltags.

Beson­ders inter­es­sant war es, Spanien einmal nicht als Tourist, sondern als einen Ort zum Leben kennen­zu­lernen. Man arbeitet mit ganz anderen Menschen, erlebt ein anderes Klima und gewöhnt sich an andere Regeln und Gebräuche. Zum Beispiel dauert ein Arbeitstag in Spanien schon mal bis 20 oder sogar 21 Uhr. Das ist auch ok, weil das gesell­schaft­liche Leben oft erst am Abend richtig beginnt. Wenn die größte Hitze des Tages vorbei ist, gehen die Menschen nach draußen und genießen gemeinsam den Abend.

In meiner Frei­zeit konnte ich viele wunder­schöne Orte entde­cken. Beson­ders bekannt sind die Insel Tabarca und das Castillo de Santa Bárbara. Noch schöner fand ich aber die Orte, die ich durch meine neuen lokalen Freunde kennen­lernen durfte. Sie zeigten mir zum Beispiel das Castillo de Fernando, von dem man eine wunder­schöne Aussicht über Alicante hat. Dort treffen sich häufig junge Menschen, um gemeinsam Zeit zu verbringen.

Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde, war die unglaub­liche Stim­mung nach dem Gewinn der Fußball-Welt­meis­ter­schaft 2026 durch Spanien. Die Straßen waren voller Menschen, überall waren spani­sche Flaggen zu sehen, Autos hupten und alle feierten und sangen gemeinsam. Die Straßen waren teil­weise komplett gesperrt und kaum ein Auto kam noch durch. Es war unglaub­lich laut, aber gleich­zeitig voller Freude und Energie. Diesen Moment mitten in Spanien miter­leben zu dürfen, war etwas ganz Besonderes.

Während meines Aufent­halts habe ich sehr viele Menschen kennen­ge­lernt – auch Menschen, die nur Spanisch gespro­chen haben. Gerade dadurch konnte ich die Sprache noch schneller lernen. Jeder Mensch, den ich getroffen habe, hat meine Erasmus-Erfah­rung auf seine eigene Weise beson­ders gemacht.

Am meisten hat mir gefallen, dass ich wirk­lich in die spani­sche Lebens­weise eintau­chen konnte. Alicante ist zwar eine touris­ti­sche Stadt, aber durch meine Kontakte zu Einhei­mi­schen hatte ich das Gefühl, die echte Seite Spaniens kennen­zu­lernen. Ich habe gelernt, offen zu sein und keine Angst davor zu haben, etwas Neues auszu­pro­bieren. Genau das nehme ich aus meinem Erasmus-Aufent­halt mit.


Ansprech­part­ne­rinnen ERASMUS
R. Wallner, StD /R. Bött­cher, OStRin
Stet­tiner Str. 1
97070 Würzburg
Tel. 0931 7908 100